Das Nordkap

Heute war der grosse Tag: Ich kam nach 4250 km am Nordkap an. Aber das war kein Kinderspiel, so viel steht fest.

Nach einer äusserst stürmischen Nacht – mein Zelt hat dabei eine sehr gute Falle gemacht – gings bei noch freundlichem Wetter los. Nach einer knappen Stunde aber zeigte diese Insel sein wahres Ich: Es kam ein stürmischer Wind auf. Es sollte Westwind sein, doch mir kam es vor, als ob er aus jeder Richtung weht. Brachial bläst er mir entgegen. Hinzu kam die Passstrasse mit richtigen Serpentinen, welche über die hügelige Landschaft führte. Während meinem Kampf mit den nächsten 1000 hm setzte auch noch Regen ein, zeitweise auch Hagel. Und wohl bemerkt: Dabei wehte mir stetig der Wind mit über 40 km/h um die Ohren. Es waren echt rauhe Bedingungen und ich benötige ewigs, um auch nur die nächste Kuppe zu erreichen. Zeitweise dachte ich wirklich, was musste ich in doch einem früheren Leben verbrochen haben, damit ich das verdient habe…

Doch dann kam das:

Das Nordkap. Der Wind hörte zwar nicht auf, aber immerhin der Regen. Wie froh ich doch bin!

Nach dem Rundgang auf der Plattform verbrachte ich mir die Zeit bis zum Zmittag (das Restaurant öffnete erst um 14:30) mit dem Souvenirshop. Ich kaufte hauptsächlich Karten.

Die Briefmarken habe ich übrigens passend zur Jacke gekauft 😉

Selbstverständlich gönnte ich mir auch den Restaurantbesuch. Ich hatte den wahrscheinlich besten Hamburger. Gut zugegeben, der Hamburger war eher im Mittelfeld. Und dafür, dass der Koch alle Zeit der Welt hatte und heute wohl nur einen Hamburger machen musste, war er sogar recht mies. Aber ich fuhr an den äussersten Zipfel von Europa und war recht hungrig. Hier im Nirgendland ein Restaurant anzutreffen und überhaupt im Warmen etwas essen zu können ohne einen Finger zu rühren, machte den Hamburger wirklich zum Spitzenhit 🙂

Nun muss ich nur noch zurück nach Honningsvåg (ins Hotel) fahren, 30 km oder so. Ein Kinderspiel, wäre da nicht immer noch dieser Sturm…

This Post Has 6 Comments

  1. Volkmar

    Lieber Dani.
    Herzlichen Glückwunsch zum erreichen deines doch so weit entfernten Ziels in Norwegen. Bravo, du hast ja Biss für so eine lange Tour.
    Lg Völk

    1. Dani

      Hoi Völk
      Vielen Dank. Ja, Norwegen ist tatsächlich recht weit im Norden. Die Hinreise war hinreissend. Ich freue mich aber, jetzt die Heimreise anzutreten, was ja auch noch einige Zeit benötigt.
      Gruess, Dani

  2. Brtnik Jürgen

    Hallo Daniel
    Herzlichen Glückwunsch zum erreichten und selbstgestecken Ziel
    Respekt und Anerkennung von den härtsfelder Ostallgäu Linsen und Spätzle truppe😎

    1. Dani

      Liebe Spätzles 🙂
      Vielen Dank! Schön, dass ihr an mich denkt! Tatsächlich denke ich oft an den Anfang meiner Reise und habe den Linseneintopf in bester Erinnerung. Ich habe sogar schon selber welche vor dem Zelt gekocht. Leider ohne Spätzle und bei weitem nicht so gut wie jene aus dem Oberallgäu.
      Gruess, Dani

  3. Michael

    Gratuliere dir Dani! Du bist ein harter Kerl 😉 und kannst stolz sein auf deine Leistung. Wir stossen auf deinen Erfolg an – cheers!

    Geniesse die Tage im Norden und komme gesund wieder nach Hause.

    Bis bald in der HMF – deine Trompete vermisst dich auch 😉

    Beste Grüsse

    Michael

    1. Dani

      Hoi Michael
      Vielen Dank, prost zurück! Ich gehe mit dem Bier zwar recht sparsam um, das teuer besteuerte Gebräu treibt mich sonst in den Ruin 🙂 Aber Natürlich gönnte ich mir hier lokales Bier. Irgendwie musst du dieses Wetter ja aushalten 🙂
      Gruess, Dani

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